Bettina Röhricht

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Ich bin Dipl.-Übersetzerin für Englisch und Portugiesisch. Mein Schwerpunkt sind Übersetzungen in den Bereichen Bildung und Politik sowie sprachlich anspruchsvolle Übersetzungen, von denen viele veröffentlicht wurden, zum Beispiel Zeitungsartikel und Bücher. Meine Texte sind sorgfältig recherchiert und lesen sich nicht übersetzt, sondern wie ein Original. Gut sind sie aber vor allem deshalb, weil ich das Recherchieren, den Umgang mit Sprache im Allgemeinen und das Übersetzen im Besonderen sehr liebe und mit großer Begeisterung bei der Sache bin.

Bettina Röhricht

Diplom-Übersetzerin

Warum bist du Übersetzerin geworden? Was reizt dich an diesem Beruf?

Übersetzerin geworden bin ich ursprünglich wohl aus Einfallslosigkeit – Englisch war schon immer mein Allerliebstes, also habe ich nach der Schule beschlossen, Übersetzen zu studieren. Zum Glück hat sich das dann als Volltreffer erwiesen: Ich bin auch nach 17 Jahren als Übersetzerin immer noch absolut begeistert von meinem Beruf. Besonders liebe ich die sprachliche Kreativität, die – gerade bei Übersetzungen aus dem Englischen – notwendig ist, um in Bezug auf Ton und Inhalt genau zu sein. Ich gehe einfach gerne mit Sprache um. Ich finde es toll, mich bei meiner Arbeit mit Themen zu beschäftigen, die mich wirklich interessieren, und jeden Tag dazuzulernen.

 

Was sind deine fachlichen Schwerpunkte?

Ich arbeite vor allem in den Bereichen Politik und Bildung. Ein weiterer Schwerpunkt sind Texte, die sich besonders ansprechend lesen sollen, zum Beispiel Pressemitteilungen.

 

Wie verbindest du das Übersetzen mit deiner Ausbildung zur systemischen Beraterin?

Neben dem Übersetzen arbeite ich als Coach für freiberufliche Übersetzer, meist per Skype. Derzeit entwickle ich gerade zwei neue Konzepte: Mit dem einen möchte ich Übersetzer in die Selbstständigkeit begleiten, das andere richtet sich an Übersetzer, die schon länger selbstständig sind und mehr möchten (mehr Zeit, mehr Einkommen, mehr Spaß an der Arbeit, mehr Gleichgewicht zwischen Beruf und Privatleben …). Ich wende die Methoden aus meiner Ausbildung an und bringe meine Erfahrungen aus 17 Jahren Arbeit als Übersetzerin ein – und die Lehren aus den vielen Fehlern, die ich gerade in den ersten Jahren gemacht habe …

 

Was ist deine größte unternehmerische Herausforderung als selbständige Übersetzerin?

Ich arbeite derzeit am o. g. großen neuen Projekt und beschäftige mich außerdem gerade viel mit Marketing und Produktivität. Meine größte Herausforderung besteht also momentan darin, Prioritäten zu setzen, alles zeitlich unter einen Hut zu bekommen und trotzdem noch Freizeit zu haben.

 

Seit wann lebst du in England?

Ich bin im Oktober 2016 nach Lancaster gezogen und fühle mich hier sehr wohl. Die Stadt ist eher klein, aber sehr lebendig, der Lake District ist nicht weit, und man kann mit dem Rad ans Meer fahren. Es ist auch interessant, in diesen bewegten Zeiten die politischen Entwicklungen von hier aus zu beobachten. Nun hoffe ich natürlich, dass ich langfristig hier bleiben kann.

 

Warum bist du im DVÜD?

Das Image des DVÜD wirkt auf mich weniger „verstaubt“ als das anderer Verbände, und er ist in vielen Bereichen sehr aktiv. Außerdem gefiel mir die Vorstellung, bei etwas ganz Neuem von Anfang an dabei zu sein (ich gehörte damals zu den allerersten Mitgliedern).

 

Dein schönstes oder lustigstes Erlebnis mit einem Kunden?

Eine Kundin hat mich mal gebeten, 200,00 EUR auf meine Rechnung aufzuschlagen. Leider ist mir das bisher nur ein einziges Mal passiert.

Das Interview führte unsere Beirätin Krishna-Sara Helmle.